Haushaltsrede 2012

Haushaltsrede 2012                                

Johannes Rabe – CDU-Fraktion

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Grosche,
verehrte Ratsvertreter und Zuhörer/innen!

 

Nachdem unsere letzte Ratssitzung, die sog. Weihnachtssitzung, aus meiner Sicht leider völlig  verunglückt ist, sollten wir uns hier und heute wieder zusammenraufen, um im Sinne unserer Stadt verantwortungsvolle Politik umzusetzen.

Und da bietet die Verabschiedung des Haushalts eine große Chance für uns, sich gemeinsam der schwierigen Finanzsituation der Kommune zu stellen. Dies sollte uns heute auch gelingen, da wir in der Finanzpolitik alle ein gemeinsames Ziel haben:    Vermeidung neuer Schulden!

Dabei gilt es sorgsam abzuwägen, einerseits zwischen den notwendigen Investitionen in eine zukunftsfähige und bürgerfreundliche Stadt, und anderseits die Finanzen im Sinne einer Generationengerechtigkeit  sorgsam zu steuern.
Die CDU-Kernbotschaft lautet daher weiterhin:     Investieren,  wo nötig - sparen, wo möglich!

Bevor ich auf konkrete Zahlen eingehe, möchte ich der Verwaltung an dieser Stelle herzlich danken für die sehr umfangreichen Informationen und Ergänzungen zum Haushaltsentwurf.
Erstmals seit Jahren wurde der Haushalt noch im Vorjahr eingebracht. So hatten wir in den letzten Wochen genügend Zeit, uns mit dem Zahlenwerk auseinander zu setzen.  Die zeitliche Abfolge der diesjährigen Haushaltsberatungen möchte ich besonders positiv herausstellen.

Meine sehr verehrten Damen und Herren,
dieser Haushalt sieht deutlich anders aus, als die Haushalte früherer Jahre. Durch die Auslagerung der Produkte Wasser und Abwasser in die neugegründeten Stadtwerke Medebach ist das heute zu beschließende  Zahlenwerk geschrumpft.  81% unserer gesamten Verschuldung liegen nun beispielhaft bei der AöR, die sich bekanntlich durch Gebührenhaushalte finanzieren muss.

Bei den jetzigen Beratungen geht es um den echten Kernhaushalt, der sowohl im Investiv-,  vor allem aber im Zins- und Tilgungsbereich einen ganz anderen Blick zulässt.

Unsere Verschuldung im Kernhaushalt beträgt 4,18 Millionen Euro.  Gemessen an den großen Investitionen in den letzten  Jahren  eine für mich vertretbare Größenordnung.
In den 4,18 Mill. Euro  sind beispielsweise die Kosten für 8 Dorferneuerungen, ein Kunstrasenplatz, Radwegeverbindungen, Straßenbauten, Bereitstellung von Bauplätzen sowie die komplette Umgestaltung unseres Stadtzentrums mit Marktplatz, Touristikzentrale, Ehrenmal und Tiefgarage enthalten.  Und  in dieser Summe finden wir bereits sämtliche Kosten für den  Bau unseres neuen Rathauses.

Wir schaffen es, auch im Haushalt 2012 unser Ziel einzuhalten: keine Nettoneuverschuldung!
Mit der heutigen Entscheidung  werden wir außerdem unsere Verbindlichkeiten ordentlich in Höhe von 95.000,- € tilgen können.

Mit den geplanten Investitionen und Projekten sparen wir unsere Stadt nicht kaputt.  Im Gegenteil:
Wir geben als Kommune weiterhin wichtige wirtschaftliche  und gesellschaftspolitische Impulse!

-    Kauf einer Drehleiter für die Feuerwehr Medebach
-    Unterstützung beim  Bau des Kunstrasenplatzes Oberschledorn
-    Herstellung einer attraktiven Wegeverbindung zwischen Center Parc´s und Zentrum
-    Bau des Radweges Deifeld – Wissinghausen
-    Fertigstellung des Feuerwehrhauses Düdinghausen
-    Dorferneuerungsmaßnahme Oberschledorn
-    Renaturierung des Medebach
-    Straßenbau beispielhaft am Glindfelder Weg bzw. Am Schönemarkt

Insgesamt werden wir 2,7 Millionen Euro investieren.  Hinzu kommen die zahlreichen Projekte, die den Rat 2012 intensiv beschäftigen werden.  Beispielhaft nenne ich:

-    Verlagerung von Einzelhandelsgeschäften
-    Bauhofkonzept
-    Stadtentwicklungsprojekt in Kooperation mit Hallenberg
-    Planungen zum Erlebnispark  `Am Bromberg`
-    Umsetzung eines neuen Leader-Projektes unter Einbeziehung aller Dörfer– lt. CDU-Antrag
-    Planungen zur Defizitreduzierung im Hallenbad
-    Bemühungen zum Ausbau der Mündener Straße
-    Kritische Begleitung der Ansiedlung weiterer Ferienparks im Sauerland

Bei der Vielzahl der Themen und Aufgaben wird deutlich, auch in diesem Jahr arbeiten Rat und Verwaltung hart an der Weiterentwicklung unserer Stadt.

Zum Schluss erlauben Sie mir noch einen kurzen Hinweis auf den Ergebnisplan.
Hier freuen wir uns besonders über die sich nun stabilisierenden Einnahmen aus der Gewerbesteuer. Wir danken allen Unternehmen und Betrieben für die Treue und Verbundenheit zum Wirtschafts-standort Medebach. Mit Hilfe unserer Wirtschaft konnte bis Ende 2011 im Raum Medebach die Arbeitslosigkeit auf den hervorragenden Wert von 3,4 % gesenkt werden.

Bei der Defizitreduzierung im Ergebnisplan haben wir leider kaum nennenswerte Einfluss-möglichkeiten. Die vorgeschriebenen  Ausgaben machen voraussichtlich auch in den Folgejahren  den weiteren Verzehr des Eigenkapitals unumgänglich.
Chancen zur Verbesserung sehe ich mittelfristig in 4 Positionen:
•    Ende der jährlichen Erhöhungsspirale bei der Jugendamts- und Kreisumlage
•    Künftige Berücksichtigung der tatsächlichen Einwohnerzahlen durch das Land NRW = 62.000,-€  zusätzliche Einnahmen für unsere Stadt 
•    Defizitreduzierung beim Hallenbad
•    Und lassen Sie mich – meine verehrten Damen und Herren – noch als 4. Punkt eine Zahl kritisch kommentieren:  Kosten der Stadt Medebach für den Fond Deutsche Einheit – 198.000,-€ in 2012. Diese Gelder für den Aufbau Ost  sind in den Kommunen in NRW schlichtweg nicht mehr zu erwirtschaften.  Aus meiner Sicht ist hier die große Politik dringend gefordert, die Finanzströme gerechter zu steuern.

Mit diesem Appell möchte ich meine heutige Haushaltsrede schließen.
Insgesamt sehen wir als CDU unsere Hansestadt Medebach auf einem soliden und guten Weg.
Niedrige Verschuldung, schlanker Personaleinsatz in der Verwaltung, geringe Liquiditätskredite,
gute Gewerbesteuereinnahmen und mit Schmallenberg die niedrigsten Steuerhebesätze im HSK. Ausreichend Kindergartenplätze, attraktive Schulen, ein hervorragender Ausbildungs- u. Arbeitsmarkt, attraktive Dörfer, eine moderne Stadtmitte, ein sehr umfassendes Vereinsleben, und vor allem  -
engagierte und anpackende Bürgerinnen und Bürger!

 

Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!
(es gilt das gesprochene Wort)

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